Samstag, 27. August 2011

Hafengebühren...

Moin zusammen,

falls Ihr in absehbarer Zeit eine Tour durch friesische Kanäle plant, rechnet bei den Hafengebühren mit Mehrkosten von 25-30 % zu den von mir in den Törnberichten oder Hafeninfos angegebenen Hafengebühren. Das ist happig! Fast alle Gemeinden haben ihre Hafengebühren auf 1 Euro pro laufenden Meter Schiffslänge, so wie 1 Euro pro erwachsene Person an Bord angehoben.

Dass Urlaub auf einem Motorboot nicht gerade zu den günstigsten Urlauben zählt, ist schon immer eine Tatsache gewesen. Ich denke, alle, die sich für so einen Urlaub entscheiden, sind sich dessen auch bewusst. Aber eine Anhebung dieser Gebühren um den oben genannten Prozentsatz halte ich trotzdem für erwähnenswert.

Alles wird teurer. Das ist nun mal so.

Ich bin ja sogar ein Verfechter des Bruggeld!

Es gehört einfach dazu und sollte meiner Meinung auch nicht abgeschafft werden. Es macht meiner Crew jedesmal Spaß, das Bruggeld in den Klontje zu stecken. Das soll so bleiben!

Aber 25-30 % mehr Hafengebühren bedeuten:

Liegeplätze kosten somit für ein 13 m Schiff bei 4 Mann Besatzung mindestens 17 Euro! Das waren mal 12-13 Euro.

Wir haben auf unserer letzen Tour aber auch noch deutlich mehr bezahlt. Joure war mit 21,30 Euro inkl. Strom schon heftig. Allein 3,75 Euro für Strom! Das wären 15 kW/h in anderen Häfen... Was soll ich denn da alles anschließen, bzw. betreiben?

Stavoren war schon immer und das ist auch dieses Jahr so, der teuerste Hafen. Hier rief der Hafenmeister bei unserer Anmeldung 25 Euro auf. Strom, Duschen und Toiletten (mit Toilettenpapier) allerdings inklusive!

Das ist allerdings nicht mehr 3 lagig... Ich hab gezählt. Vorher natürlich!

Die Steganlagen direkt am Meldesteiger bedürfen dringenst einer Überarbeitung. Beim Anlegen habe ich ein Brett eingetreten. Da ich nicht gerade ein Fliegengewicht bin, hatte ich anfänglich gewisse Schuldkomplexe. Nachdem ich mir den Steg genauer angeschaut habe, schwanden diese aber dann schnell. Der Steg ist an mehreren Stellen mit einfachen Holzplatten geflickt. Ein scheinbar bekanntes Problem... Abhilfe tut dringend Not. 

Als regelmäßiger Skipper auf friesischen Kanälen weiß ich die in den letzten Jahren durchgeführten Maßnahmen für den Wassersport durchaus zu würdigen und zu schätzen.

Das die ein oder andere Maßnahme dabei in meinen Augen ein Schuß nach hinten war, dazu stehe ich nach wie vor.

Ein Beispiel:

Die Steganlagen in Grouw sind nach wie vor d i e Kautionskiller. Trotz meiner mehrjährigen Erfahrung ist es auch dieses Jahr wieder so gewesen, daß wir in Grouw den meisten Stress beim Anlegen hatten. Da stehen Pflöcke im Wasser, die vollkommen unnötig sind und ein Anlegen eigentlich nur erschweren. Bei schönem Wetter ist Grouw kein Problem. Bei Seitenwind und Wellen vom Pikmeer wird es aber in den meisten Fällen ein Glückspiel. Hier wurden die alten Steganlagen und ihre einfache Anlegbarkeit einem Mehr an Liegeplätzen geopfert. Allein das Drehen der Steganlagen quer zum Wind kostet Kautionen! Der Wind bläst in Grouw oft vom Pikmeer kommend. Früher fuhr man einfach mit dem Bug in den Wind , legte rückwärts an. Fertig! Oder ließ sich mit dem Bug voran in die Bucht "reinpusten". Heute drückt ein querab kommender Wind die Boote beim Anlegemanöver regelmäßig gegen die Pfähle oder den Anleger. Warum an einen Anleger, der für 2 Schiffe dimensioniert ist, noch mittig einen Pfahl steht, ist für mich schwer nachzuvollziehen. Klar, kann man so auch ein Stück weit die Größe der Schiffe regulieren, die dort anlegen sollen. Aber immer zu Lasten der Kautionen. Alle Skipper müssen an diesen mittigen Pfählen vorbei. Das hässliche Quietschen von Metall an Holz ist ein oft gehörter Ton im Pikmeerhaven von Grouw. Knaaaaarrrrtttzzz! Autsch!

Das die Pfähle Sinn machen, ist schon klar. Durch das Drehen der Steganlagen um 90 Grad, müssen auch die Schiffe besser festgemacht werden. Dafür machen die Pfähle Sinn. Aber manchmal ist weniger mehr! Und wenn es nur die Anzahl der Liegeplätze ist.

Ein bereits existierender Steinwall sollte verlängert werden, damit wenigstens die Wellen der vorbeifahrenden Schiffe ein Anlegen nicht mehr behindern. Doch da soll es Widerspruch der Anwohner am Yachthaven gegeben haben. Meine Informationen sind die, daß die Anwohner des Yachthafens dann keinen freien Blick mehr auf das Pikmeer hätten. Ein Steinwall in >100 m Entfernung zu ihren Häusern versperrt ihnen die Sicht? Der Wall wäre doch nur 1- 1,5 m hoch...

Das Toiletten- und Duschhaus in Grouw befindet sich nach wie vor in einem bemitleidenswerten Zustand. Zu meiner Beschreibung unter den Hafeninfos diesbezüglich kann ich also nach wie vor keine Besserung melden. Sein Geschäft verrichtet man nach wie vor direkt auf der Prozellanschüssel. Klobrillen sind ein Fremdwort. Schade. Ist Grouw doch einer meiner Favoritenhäfen. Gut, dass wir mit unseren Schiffen autark sind.

(Die Information bezüglich des Steinwalls ist allerdings nicht verifiziert, sondern nur weitergegeben!)