MANÖVRIEREN

...l e i c h t   g e m a c h t!

Was man beim Steuern eines Schiffes immer beachten sollte, ist die Tatsache, das sich jedes Schiff anders verhält. Die nachstehenden Erläuterungen sind keine Generalanleitung. Am besten bei einem unbekannten Boot in einem ruhigen und leeren Hafen ausprobieren. Bei diesem Üben lernt man das Boot sehr gut kennen und man kann die Crew ebenfalls ruhig einweisen. So gelingen Manöver in vollen Häfen wesentlich leichter und stressfreier.


Eine absolute Grundregel

Wenn ich Skipper bin, gilt folgende Regel: Keiner verläßt bei einem Anlegemanöver ohne meinen ausdrücklichen Befehl das Schiff, um eine Leine zu fixen. Niemand springt über die Reling oder vollführt sonstige Stunts! Die Gefahr, abzurutschen, ist zu groß. Fällt ein Crewmitglied über Bord, besteht absolute LEBENSGEFAHR!!


Wichtig für das sichere Anlegen, ist das Wissen um die Windrichtung, die Größe des Bootes und der Platz am Anleger. Wenn ausreichend Platz für das Boot vorhanden ist, gehe ich meistens wie folgt vor:

Vor dem Anlegen bitte ich meine Crew, die Fender außen an der Anlegeseite des Bootes zu befestigen. Den Kugelfender vorne auf Höhe der Verjüngung des Bootes zum Bug hin, des weiteren 3-4 Fender der Länge nach am Boot entlang. Sind die Fender klar, bestimme ich eine Person, die die Anlegeleine (Hilfsleine) in die Hand nimmt und wenn eine Reling vorhanden ist, diese öffnet, um einfacher von Bord zu gelangen. Meistens ist mittschiffs eine Klampe. An dieser wird die Hilfsleine befestigt. Ich fahre nun im spitzen Winkel mit Standgas auf die Anlegestelle zu, nehme ca. 10 m vor Land Gas weg, 3-4m vor Land drehe ich das Ruder hart zur Wasserseite rum. Wenn das Schiff die Richtung angenommen hat, lege ich das Ruder landwärts und stoppe auf. Eventuell korrigiere ich mit Hilfe des Bugstrahlruders nach. Klappt fast immer. Nachdem das Schiff an Land anliegt und aufgestoppt ist und wirklich absolut keine Fahrt mehr im Schiff ist, gebe ich den Befehl zum Landgang für die Person mit der Hilfsleine. Die Leine wird möglichst kurz um einen Pfahl gebunden oder durch einen Ring gezogen. Das Ende der Leine wird vorzugsweise wieder an Bord auf der Klampe belegt, an der die Hilfsleine befestigt ist. Das Schiff liegt nun fest und es können die Vorderleine und Achterleine befestigt werden. Gegebenfalls auch noch Vorder- und Achterspring befestigen.

Sollte der Wind zu stark von hinten(achtern) kommen, wird die Hilfsleine vorne am Schiff befestigt. Sie wird als vordere Spring eingesetzt. Ich fahre ebenfalls wieder im spitzen Winkel auf die Anlegestelle zu, 10m vorher Gas weg, 3-4 m vorher Ruder hart rum, aufstoppen und das Crewmitglied wirft  die Leine über einem hinteren Pfahl und macht die Leine an der vorderen Klampe fest. Daduch wird das Schiff daran gehindert, durch den Wind weiter zu treiben. Das Ruder ist immer noch wasserseitig gelegt. Kleiner Gang vorwärts und das Heck legt sich langsam Richtung Land. Dort angekommen, gebe ich wieder den Befehl zum Landgang. Die anderen Leinen werden festgemacht. Man nennt dieses Manöver "in die Spring dampfen". Zum Ablegen benutzt man diese vordere Spring ebenfalls. Sämtliche anderen Leinen werden gelöst, außer der vorderen Spring. Achte darauf, das alle Leinen von Bord gelöst werden können. So muß kein Crewmitglied an Land bleiben, um die Leinen zu lösen und hinterher versuchen, an Bord zu springen. Zu gefährlich!!! Siehe Törnbericht 4...

 

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